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Die Enzyklopädie der Kampfkünste

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Hyakusha

Ursprünge, Philosophie, Verbindungen und Meister aus allen Traditionen der Welt — von Judo bis Silat, von Zen bis Bushido.

192 Artikel in 10 Kategorien

Japanische Kampfkünste

Judo, Karate, Aikido, Kendo und die Wege des japanischen Budo.

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Morihei Ueshiba, Begründer des Aikidō, Porträt von 1939

Japan ·1920er–1942 (offizieller Name)

Aikido — Der Weg der harmonischen Energie

Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die auf Harmonie statt Gegenkraft setzt — gegründet von Morihei Ueshiba als Synthese aus Daito-ryu, Zen und Omoto-kyo.

aikido japan grappling

Japan ·1968 Ernennung · 1972 Tod des Lehrers · 1978 Name in Gebrauch

Bujinkan — die Organisation, nicht die Kunst

Die Dachorganisation für neun Ryūha, geführt von Masaaki Hatsumi. Ihre Nachfolge ist belegt, ihre Ahnenreihe nicht — beides aus derselben Quelle.

Bujinkan Ninjutsu Masaaki Hatsumi
Takeda Sokaku, Begründer des Daitō-ryū Aiki-Jūjutsu, historische Porträtaufnahme

Japan ·Legendär: Heian-Zeit (11. Jh.); historisch systematisiert: spätes 19. / frühes 20. Jh.

Daito-ryu Aiki-Jujutsu — Die Quelle des Aikido

Daito-ryu Aiki-Jujutsu ist die Mutter des Aikido — die geheime Kampfkunst des Takeda-Klans, die Morihei Ueshiba transformierte und Choi Yong-sul zum Hapkido führte.

daito-ryu aiki-jujutsu japan
Chojun Miyagi (1888–1953), Begründer des Gōjū-ryū Karate, Porträt

Japan (Okinawa als Ursprung) ·Okinawa: spätes 19. Jh.; Name 1930 vergeben; Japan: 1933 als Budō anerkannt

Goju-ryu — Hart und Weich als Einheit

Goju-ryu ist der älteste und einzige offiziell als Budō anerkannte Karate-Stil Japans — gegründet von Chojun Miyagi, basierend auf dem Prinzip, dass Härte und Weichheit untrennbar sind.

goju-ryu karate okinawa
Iaidōka führt eine Kata des ZNKR-Seitei-Curriculums aus

Japan ·Ursprünge Mitte 16. Jh.; Name ab 1932, Seitei-Curriculum ab 1969

Iaidō — Die Kunst des Ziehens

Iaidō ist die japanische Kunst, aus der Scheide zu schneiden — solo geübte Formen mit dem Schwert, seit 1969 durch ein einheitliches Seitei-Curriculum verbunden.

iaido japan schwert
Jigorō Kanō im Alter von 28 Jahren, 1887 — fünf Jahre nach der Gründung des Kōdōkan

Japan ·1882

Judo — Der sanfte Weg

Judo ist die Kampfkunst des sanften Weges — 1882 von Jigoro Kano gegründet, olympische Disziplin seit 1964 mit dem Fokus auf Wurftechniken und Bodenkontrolle.

judo japan grappling

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Koreanische Kampfkünste

Taekwondo, Hapkido, Ssireum — Traditionen der koreanischen Halbinsel.

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Korea ·1996 (Verband); Name seit 1998

Gongkwon Yusul — die koreanische Kunst, die keine Ahnenreihe behauptet

1996 gegründet. Der Gründer nennt als erste Kunst seiner Ausbildung eine japanische — und genau das macht diesen Fall besonders.

gongkwon yusul korea kang jun
Schießbahn einer koreanischen Bogenschützenhalle mit Blick auf die entfernten Zielscheiben

Korea ·Belegt seit der Antike; Prüfungswesen 1392–1894, Bogenform um 1900 normiert

Gungsul — koreanisches Bogenschießen auf 145 Meter

Die Standarddistanz des koreanischen Bogenschießens beträgt 145 Meter — fünfmal so weit wie im Kyūdō. Alles am Gakgung folgt aus dieser Zahl.

gungsul gukgung gungdo
Wettkämpferin bei den 2. Europäischen Haidong-Gumdo-Meisterschaften beim Schnitt durch eine geworfene Matte

Südkorea ·1982

Haidong Gumdo — eine Schwertkunst von 1982 mit einer Ahnenreihe aus dem 7. Jahrhundert

1982 in Anyang gegründet, berufen auf Krieger des 7. Jahrhunderts. Ein koreanisches Gericht hat in den 1990ern geklärt, was davon stimmt.

haidong gumdo haedong kumdo korea
Zwei Hapkido-Übende bei einer Hebeltechnik, Korea in den 1960er Jahren

Korea ·1948 (Choi Yong-sul kehrt nach Korea zurück)

Hapkido — Der koreanische Weg der harmonischen Kraft

Hapkido ist Koreas Kunst der harmonischen Kraft — ein vollständiges Kampfsystem aus Gelenkhebeln, Würfen und Tritttechniken, verwurzelt in der japanischen Daito-ryu-Tradition.

hapkido korea gelenkhebel
Bronzestandbild eines Hwarang auf dem Schulhof der Mittelschule Hamyang, Südkorea

Korea ·Hwarang 6. Jh.; Kodexbegriff 1910–1945; Kampfkunst ab 1960

Hwarangdo — ein Kodex, der über Japan nach Silla kam

Die Hwarang gab es wirklich. Ihr Ehrenkodex entstand aber erst unter japanischer Herrschaft, als koreanisches Gegenstück zum Bushidō.

hwarangdo hwarang silla
Kuk-Sool-Won-Schüler üben eine Wurftechnik im Freien

Korea ·1958 (Gründung); koreanische Wurzeln: Jahrhunderte alt

Kuk Sool Won — Koreas vollständigstes Kampfkunstsystem

Koreas umfassendstes System, 1958 von In Hyuk Suh geordnet. Er führt es auf drei alte Überlieferungen zurück — belegt ist die Gründung, nicht die Herkunft.

kuk-sool-won korea vollstaendiges-system

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Chinesische Kampfkünste

Kung Fu, Tai Chi, Wushu — Tausende Jahre Tradition.

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Chang Chan Kuei (1859–1940), Meister des Xingyiquan und Baguazhang, historisches Porträt

China ·Frühes 19. Jahrhundert

Baguazhang — Die acht Trigramm-Handflächen

Baguazhang ist die kreisförmige interne chinesische Kampfkunst — gegründet von Dong Haichuan, aufgebaut auf acht Trigrammen und dem kontinuierlichen Gehen um einen Kreis.

baguazhang china interne-kampfkuenste
Porträt des Bajiquan-Meisters Li Shuwen, nach einer Vorlage aus der Zeit vor 1912

China ·16.–18. Jahrhundert

Bajiquan — Die acht Extremitäten des explosiven Kampfes

Bajiquan ist eine chinesische Kampfkunst aus Hebei, bekannt für explosive Ellenbogen- und Schultertechniken im Nahkampf — jahrhundertelang der Stil kaiserlicher Leibwächter.

bajiquan china kung-fu

China (Huizhou, Guangdong) ·In heutiger Gestalt ab dem frühen 20. Jahrhundert

Bak Mei — der Stil, der nach dem Verräter benannt ist

Bak Mei trägt den Namen des Mönchs, der in der Legende Shaolin verriet. Belegbar ist der Stil ab einem Mann: Cheung Lai Chuen (1882–1964).

bak mei pak mei weiße augenbraue
Ein Mann führt einen Seitwärtssalto (cekongfan) aus, ein Sprungelement des Wettkampf-Wushu

China ·Traditionelle Stile seit der Ming-/Qing-Zeit; Wettkampfform ab 1958/1960

Changquan — die lange Faust und der Wettkampfstil, der ihren Namen trägt

Changquan bezeichnet zwei verschiedene Dinge: eine nordchinesische Stilfamilie und einen ab 1960 staatlich normierten Wettkampfstil. Das wird ständig verwechselt.

changquan lange faust wushu

China ·als Begriff spätestens Ming-Zeit; frühe Belege deutlich älter

Chin Na — Greifen und Kontrollieren

Chin Na ist keine eigene Kampfkunst, sondern eine Technikkategorie — das Greifen, Hebeln und Kontrollieren, das in nahezu jedem chinesischen System steckt.

chin na qinna china

China (Guangdong) ·1836

Choy Li Fut — Die weite Faust des Südens

Choy Li Fut verbindet südchinesische Armtechnik mit nördlicher Beinarbeit — 1836 von Chan Heung gegründet und benannt nach seinen drei Lehrern.

choy li fut china kanton

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Grappling

Ringen, Werfen, Halten — Bodenkampfkünste der Welt.

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Die BJJ-Schwarzgurte Gabriel Vella und Romulo Barral im Bodenkampf, Weltmeisterschaft 2009

Brasilien ·1925 (erste Gracie-Akademie), Entwicklung bis 1950er

Brazilian Jiu-Jitsu — Die Kunst des Bodenkampfes

Brazilian Jiu-Jitsu ist die Kampfkunst des Bodenkampfes — von Mitsuyo Maeda nach Brasilien gebracht, von der Gracie-Familie perfektioniert, durch Royce Gracie beim ersten UFC unsterblich gemacht.

bjj jiu-jitsu brasilien
Lehrtafel eines umgekehrten Rumpfgriffs aus Martin „Farmer“ Burns’ Ringer-Lehrbuch

England (Lancashire) ·Früh-19. Jahrhundert; Kodifizierung ~1870er

Catch Wrestling — Britisches Ringen mit Submissions

Catch Wrestling ist das brutale britische Ringen des 19. Jahrhunderts — mit Submissions, Beinhebeln, Halsgriffen und dem legendären Snake Pit in Wigan als Zentrum der Welt.

catch-wrestling lancashire england

Philippinen (Visayas, Mindanao) ·Präkolonial; seit der philippinischen Urzeit praktiziert

Dumog — Philippinisches Bodengrappling

Dumog ist das traditionelle philippinische Grappling — entstanden als Karabao-Bändigungskunst, enge Schwester von Escrima, fokussiert auf Kontrollpunkte und Gleichgewichtsstörung.

dumog philippinen grappling
Freistil-Ringkampf: Der Angreifer hat den Oberkörper tief abgesenkt und beide Arme um das Bein des Gegners geschlossen

England (Lancashire) und USA ·frühes 19. Jahrhundert; olympisch seit 1904

Freistilringen — ein Regelunterschied, ein anderer Sport

Freistil und Griechisch-Römisch trennt eine einzige Regel — der Zugriff unterhalb der Hüfte. Aus ihr folgt die gesamte Technik beider Stile.

freistil freistilringen wrestling
Glima — isländische Ringkampf-Meisterschaft 1985, Griff am Gürtelzeug

Island / Skandinavien ·Wikingerzeit (ca. 9. Jh.); erste schriftliche Erwähnung: 1325 (Jónsbók)

Glima — Wikinger-Ringen aus Island

Glima ist das traditionelle skandinavische Ringen der Wikinger — Islands Nationalsport seit dem 9. Jahrhundert, mit drei Varianten von elegant-technisch bis zu rauem Freikampf.

glima island skandinavien
Griechisch-römischer Ringkampf: Ein Athlet hebt seinen Gegner von der Matte

Frankreich (19. Jh.); antike Inspiration: Griechenland und Rom ·Mitte 19. Jahrhundert, 1848 (Frankreich); Olympia seit 1896

Griechisch-Römisches Ringen — Olympias ältester Kampfsport

1896 in Athen der einzige olympische Ringerstil, seit 1908 ununterbrochen im Programm — mit ausschließlichen Oberkörper-Griffen und spektakulären Würfen.

griechisch-roemisches-ringen wrestling olympia

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Striking

Schlagen, Treten, Stoßen — Schlagkampfkünste im Vergleich.

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Gedruckter Regelbogen von 1743 mit der Überschrift RULES to be observed in all battles on the stage: sieben nummerierte Punkte in zwei Spalten, darüber Stiche von vier Faustkämpferpaaren um eine Ringszene

England ·Regelwerke 1743, 1838, 1867; letzter Titelkampf 1889; Wiederzulassung 2018

Bare-Knuckle-Boxen — 1867 wurden zwei Dinge entfernt, nicht eines

Die Queensberry-Regeln nahmen dem Faustkampf die nackte Hand und das Ringen. Beim ersten Eingriff ist der Sicherheitsgewinn bis heute umstritten.

bare-knuckle faustkampf broughton
John L. Sullivan, letzter Bare-Knuckle-Weltmeister im Schwergewicht, um 1882

Antike Mittelmeerwelt; moderne Form England ·Antike; moderne Regeln ab 1743, Queensberry 1867

Boxen — Die süße Wissenschaft

Boxen reduziert den Kampf auf zwei Fäuste und den Raum dazwischen — die älteste organisierte Schlagkunst des Westens und Grundlage fast aller modernen Ringsportarten.

boxen boxing faustkampf
Dambe-Kämpfer bei Dei-Dei nahe Abuja, 2010 — die Schlaghand umwickelt, die Führhand offen

Nigeria (Norden), Niger, Tschad ·Ursprung nicht datierbar; Zunftpraxis der Sahelzone, ethnographisch dokumentiert seit dem 20. Jahrhundert

Dambe — eine Hand ist Speer, die andere Schild

Der Faustkampf der Hausa teilt die Hände auf, statt sie zu spiegeln. Die eine schlägt, die andere hält den Gegner auf Abstand.

dambe hausa nigeria
Der niederländische Kickboxer Chico Kwasi im Ring während eines Kampfes

Japan, parallel USA ·ab 1959; Regelwerk 1966; K-1 ab 1993

Kickboxing — Faust und Fuß im Ring

Kickboxing entstand in den 1960ern aus der Unzufriedenheit von Karateka mit dem Punktkampf — Boxhände, Karatetritte und ein Ring statt einer Matte.

kickboxing kickboxen japan
Tway Ma Shaung im Lethwei-Kampf gegen Saw Shark, Thein-Phyu-Stadion in Yangon, 2009

Myanmar (historisch: Birma) ·Pyu-Reich (2. Jh. v. Chr.–11. Jh. n. Chr.); modern ab 1950er

Lethwei — Birmanisches Boxen mit neun Waffen

Lethwei ist Myanmars antike Kampfkunst — bareknuckle, mit Kopfstoß als neunte Waffe, ohne Punkte-Scoring, und Siege nur durch KO oder Aufgabe.

lethwei myanmar birma
Muay Boran — Vorführung einer traditionellen Ellbogentechnik

Thailand (historisch: Siam) ·Sukhothai-Periode (13.–15. Jh.) und früher; modernisiert 1930er unter König Rama VII.

Muay Boran — Das alte thailändische Kampfsystem

Muay Boran ist das alte thailändische Kampfsystem vor dem modernen Muay Thai — mit Kopfstößen, Hanfseil-Bandagen und tödlichen Techniken, die heute verboten sind.

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Waffen

Schwert, Stab, Messer — Waffensysteme und ihre Philosophie.

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Vorführung einer Bōjutsu-Technik mit dem Langstab

Japan ·Feudales Japan; Systematisierung: frühes Edo-Zeitalter (~1605)

Bōjutsu — Die japanische Kunst des Stab­kampfes

Die japanische Kunst des Stabkampfes — aus der einfachsten Waffe der Menschheit. Der berühmte Sieg über Musashi steht in einer einzigen Quelle.

bojutsu japan stab
Vollständige Ausrüstung für Canne de Combat: Stock, Maske und Schutzkleidung

Frankreich ·Frühes 19. Jahrhundert (Paris); Wettkampfform: 1970er (Maurice Sarry)

Canne de Combat — Französisches Stockkampf

Canne de Combat ist der französische Stockkampf — aus dem 19. Jahrhundert als Selbstverteidigung der Pariser Elite entwickelt, eng mit Savate verwandt, heute offizieller Wettkampfsport.

canne-de-combat frankreich stockkampf
Escrima/Kali-Seminar: Partnerübung mit Rattanstöcken

Philippinen ·Vor dem 14. Jahrhundert; erste Dokumentation: 1521 (Magellan-Expedition)

Escrima / Arnis / Kali — Die philippinische Waffenkunst

Escrima ist die philippinische Kampfkunst des Stocks, der Klinge und der leeren Hand — die erste Kampfkunst, die einem europäischen Eroberer (Magellan) zum Verhängnis wurde.

escrima arnis kali
Zwei Fechter im Übungsgefecht auf der Bahn, beide mit Drahtmaske; von ihren Rücken laufen Körperkabel zur Meldeanlage auf einem Tisch am Bildrand

Europa (Frankreich, Italien, Ungarn) ·Maske Mitte 18. Jh.; olympisch seit 1896; FIE seit 1913

Sportfechten — die Linie, die nicht riss, weil sie Sport wurde

Die europäische Fechtlinie brach nie ab. Der Preis: Fast jede ihrer Regeln konserviert eine Bedingung, die es nicht mehr gibt.

fechten sportfechten florett
Gatka-Vorführung an der Spitze einer Sikh-Prozession

Indien (Punjab) ·15. Jahrhundert (Gründung des Sikhismus); Blüte: 17.–18. Jh. (Sikh-Kriege)

Gatka — Die Waffentradition der Sikhs

Gatka ist die traditionelle Kampfkunst der Sikhs — mit Holzstöcken, Schwertern und Schilden, tief in der Sikh-Philosophie von Miri-Piri verwurzelt und in jedem Sikh-Fest lebendig.

gatka indien sikhs
Blatt aus dem Royal Armouries MS I.33, um 1300: zwei Paare mit Schwert und Buckler in Bindung, darüber lateinischer Text in roter und brauner Tinte

Europa (Heiliges Römisches Reich, Italien, England) ·Quellen ab ca. 1300; heutige Bewegung seit den 1990er Jahren

HEMA — die Kampfkunst, die ihre Lücke zugibt

Die einzige große Kampfkunst, die sich nach einem Abbruch vollständig aus Texten zurückholt — und gerade deshalb die mit den besten Belegen.

hema fechtbuch langes-schwert

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Philosophie

Bushido, Zen, Do — die geistigen Grundlagen der Kampfkünste.

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Meister

Porträts der Gründer und Großmeister — Lebenswerke in Bewegung.

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Gezeichnetes Porträt von Itosu Ankō (1831–1915)

Ryūkyū / Japan ·1831–1915

Ankō Itosu — der Mann, der Karate in die Schule brachte

Itosu brachte Karate 1901 in die Schulen Okinawas — und begründete das 1908 gegenüber dem Ministerium mit der Tauglichkeit für den Militärdienst.

Ankō Itosu Okinawa Karate
Bodhidharma als Farbholzschnitt von Tsukioka Yoshitoshi, „Hundert Ansichten des Mondes“, 1887

Indien / China ·ca. 5.–6. Jahrhundert

Bodhidharma — Die Legende am Ursprung aller Kampfkünste

Bodhidharma (5./6. Jh.) brachte Chan-Buddhismus nach China — ob er auch die Shaolin-Kampfkünste lehrte, ist Legende. Doch sein kulturelles Erbe ist real und immens.

Bodhidharma Shaolin Chan
Bruce Lee als Chen Zhen, Werbefoto zum Film „Todesgrüße aus Shanghai“ (1972)

USA / Hongkong ·1940–1973

Bruce Lee — Der Mann, der Kampfkünste neu erfand

Bruce Lee (1940–1973) brach alle Grenzen zwischen Kampfkünsten auf — sein Jeet Kune Do und seine Philosophie inspirierten MMA und eine Generation von Kämpfern.

Bruce Lee Jeet Kune Do Wing Chun
Carlos Gracie, Pressefoto aus dem Archiv des Correio da Manhã, 1951

Brasilien ·1902–1994

Carlos Gracie — Der Patriarch des Brazilian Jiu-Jitsu

Carlos Gracie (1902–1994) lernte Judo von Mitsuyo Maeda, gründete die erste Gracie-Akademie und schuf mit seiner Familie das meistpraktizierte Bodenkampfsystem der Welt.

Carlos Gracie BJJ Brazilian Jiu-Jitsu

Korea ·1918–2002

Choi Hong Hi — Der Gründer des Taekwondo

General Choi Hong Hi (1918–2002) schuf Taekwondo als koreanische Nationalkunst — ein Leben zwischen Militär, Politik und dem Traum eines globalen Kampfsystems.

Choi Hong Hi Taekwondo ITF
Chōjun Miyagi (1888–1953), Begründer des Gōjū-ryū Karate, Porträt

Japan / Okinawa ·1888–1953

Chojun Miyagi — Gründer des Goju-ryu Karate

Chojun Miyagi (1888–1953) verschmolz okinawaische Härte mit chinesischer Weichheit zu Goju-ryu — der Karate-Schule, die Mr. Miyagi aus 'Karate Kid' inspirierte.

Chojun Miyagi Goju-ryu Karate

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Querschnitt

Verbindungen, Vergleiche und übergreifende Themen.

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Bando — Vorführung einer Schlagtechnik der burmesischen Kampfkunst

Myanmar (historisch: Birma) ·Pagan-Reich (1044–1287); Blüte: Burmesisch-Siamesische Kriege (16.–18. Jh.)

Bando — Myanmars Tierstil-Kampfkunst

Bando ist Myanmars traditionelles unbewaffnetes Kampfsystem — mit neun Tierstilen, starker Defensivphilosophie und einer Geschichte, die bis ins Pagan-Reich des 11. Jahrhunderts reicht.

bando myanmar birma
Karikatur von Arthur Wallis Mills, 1910: Eine einzelne Frau steht vor einem Votes-for-Women-Plakat, um sie herum liegen und hängen mehrere Polizisten, weitere halten Abstand; Bildtitel The Suffragette that Knew Jiu-Jitsu

England (London) ·1898–1903; Wiederentdeckung ab 2002

Bartitsu — die Synthese hielt drei Jahre, ihre Teile ein Jahrhundert

Der früheste dokumentierte Mixed-Martial-Arts-Versuch, 1898 in London. Die Synthese hielt drei Jahre, ihre Bestandteile ein Jahrhundert.

bartitsu barton-wright london
Kampfszenen als Basrelief in Angkor Wat, Kambodscha, 12. Jahrhundert

Kambodscha ·Khmer-Reich (9.–15. Jh.); bas-reliefs in Angkor belegen Praxis seit mindestens 900 n. Chr.

Bokator — Kambodschas jahrtausendealte Kriegerkunst

Bokator ist Kambodschas älteste Kriegerkampfkunst — 1000 Jahre in Angkor-Tempel-Bas-Reliefs dokumentiert, fast durch den Roten Khmer ausgelöscht, 2022 UNESCO-Weltkulturerbe.

bokator kambodscha khmer
Capoeira-Szene in einer Lithografie von Johann Moritz Rugendas, Brasilien, 1835

Brasilien ·16.–18. Jahrhundert (Sklavenzeit); Formalisierung 1930er

Capoeira — Der tanzende Kampf der Sklaven

Capoeira ist Brasiliens afrobrasilianische Kampfkunst — Spiel, Kampf und Tanz in einem, von der Polizei verfolgt, heute UNESCO-Kulturerbe und Symbol kultureller Widerstandskraft.

capoeira brasilien afrobrasilianisch

Japan ·1882–1942

Dō und Jutsu — vier Paare, und warum die Umbenennung später kam als erzählt

Judo heißt seit 1882 so, Kendō erst seit 1920. Was die Datierungen der vier Paare über die Umbenennung verraten — und was sie an der üblichen Erzählung korrigieren.

do jutsu budo
Engolo-Spieler in Angola, der linke führt einen hohen frontalen Halbmondtritt aus

Angola ·Erste Bezeugung Mitte der 1950er Jahre; Praxis bis 1975

Engolo — der Vetter der Capoeira, nicht ihre Mutter

Ein Kampfspiel der Hirten am Kunene, seit 1975 kaum noch gespielt. Die Erzählung, es sei die Mutter der Capoeira, ist jünger als das Fernsehen.

engolo angola nkhumbi

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Training & Techniken

Tiefes Technik-Wissen: Biomechanik, Konditionierung, Methodik aus Primärquellen.

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Atemprogramm — zwei Spuren, die man nicht mischen darf

Sechs Atemzüge pro Minute ist eine Populationsmitte, kein persönlicher Wert. Ein Programm mit Kalibrierung — und zwei Spuren, die getrennt bleiben.

Atemtechnik Trainingsprogramm Resonanzatmung

Atemsysteme im Vergleich — ein Wort für zwei Aufgaben, die sich ausschließen

Atemtechnik soll den Rumpf versteifen und zugleich beruhigen. Beides geht nicht gleichzeitig — und daran scheitern die meisten Erklärungen.

Atemtechnik Ibuki Nogare

Beinarbeit — ein Programm, das zuerst fragt, welches Programm gilt

Beinarbeit gilt als das Unmessbare der Kampfkunst. Sie ist es nur, solange niemand nachsieht — ein Programm, das beim eigenen Fuß anfängt.

Beinarbeit Fußarbeit Schrittarbeit

Beinarbeit in acht Systemen — die Frage ist, ob sich die Füße kreuzen dürfen

Acht Systeme, dieselben zwei Beine. Die Frage, die sie trennt, ist unscheinbar und folgenreich — ob ein Fuß den anderen kreuzen darf.

Beinarbeit Fußarbeit Schrittarbeit

Fallschule-Programm — zwölf Wochen, aus Messwerten abgeleitet

Der Unterschied zwischen Anfänger und Erfahrenem sitzt nicht im Hals, sondern in Hüfte, Knie und Rumpf. Ein Programm, das genau das übt.

Fallschule Ukemi Trainingsprogramm

Fallschule in sieben Systemen — der Boden entscheidet, nicht der Stil

Warum Judoka auf die Matte schlagen und Traceure niemals. Die Fallschule beantwortet nicht die Frage, wie man fällt, sondern was der Boden ist.

Fallschule Ukemi Judo

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