Die Enzyklopädie der Kampfkünste
百者
Hyakusha
Ursprünge, Philosophie, Verbindungen und Meister aus allen Traditionen der Welt — von Judo bis Silat, von Zen bis Bushido.
192 Artikel in 10 Kategorien
Japanische Kampfkünste
Judo, Karate, Aikido, Kendo und die Wege des japanischen Budo.
Japan ·1920er–1942 (offizieller Name)
Aikido — Der Weg der harmonischen Energie
Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die auf Harmonie statt Gegenkraft setzt — gegründet von Morihei Ueshiba als Synthese aus Daito-ryu, Zen und Omoto-kyo.
Japan ·1968 Ernennung · 1972 Tod des Lehrers · 1978 Name in Gebrauch
Bujinkan — die Organisation, nicht die Kunst
Die Dachorganisation für neun Ryūha, geführt von Masaaki Hatsumi. Ihre Nachfolge ist belegt, ihre Ahnenreihe nicht — beides aus derselben Quelle.
Japan ·Legendär: Heian-Zeit (11. Jh.); historisch systematisiert: spätes 19. / frühes 20. Jh.
Daito-ryu Aiki-Jujutsu — Die Quelle des Aikido
Daito-ryu Aiki-Jujutsu ist die Mutter des Aikido — die geheime Kampfkunst des Takeda-Klans, die Morihei Ueshiba transformierte und Choi Yong-sul zum Hapkido führte.
Japan (Okinawa als Ursprung) ·Okinawa: spätes 19. Jh.; Name 1930 vergeben; Japan: 1933 als Budō anerkannt
Goju-ryu — Hart und Weich als Einheit
Goju-ryu ist der älteste und einzige offiziell als Budō anerkannte Karate-Stil Japans — gegründet von Chojun Miyagi, basierend auf dem Prinzip, dass Härte und Weichheit untrennbar sind.
Japan ·Ursprünge Mitte 16. Jh.; Name ab 1932, Seitei-Curriculum ab 1969
Iaidō — Die Kunst des Ziehens
Iaidō ist die japanische Kunst, aus der Scheide zu schneiden — solo geübte Formen mit dem Schwert, seit 1969 durch ein einheitliches Seitei-Curriculum verbunden.
Japan ·1882
Judo — Der sanfte Weg
Judo ist die Kampfkunst des sanften Weges — 1882 von Jigoro Kano gegründet, olympische Disziplin seit 1964 mit dem Fokus auf Wurftechniken und Bodenkontrolle.
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Koreanische Kampfkünste
Taekwondo, Hapkido, Ssireum — Traditionen der koreanischen Halbinsel.
Korea ·1996 (Verband); Name seit 1998
Gongkwon Yusul — die koreanische Kunst, die keine Ahnenreihe behauptet
1996 gegründet. Der Gründer nennt als erste Kunst seiner Ausbildung eine japanische — und genau das macht diesen Fall besonders.
Korea ·Belegt seit der Antike; Prüfungswesen 1392–1894, Bogenform um 1900 normiert
Gungsul — koreanisches Bogenschießen auf 145 Meter
Die Standarddistanz des koreanischen Bogenschießens beträgt 145 Meter — fünfmal so weit wie im Kyūdō. Alles am Gakgung folgt aus dieser Zahl.
Südkorea ·1982
Haidong Gumdo — eine Schwertkunst von 1982 mit einer Ahnenreihe aus dem 7. Jahrhundert
1982 in Anyang gegründet, berufen auf Krieger des 7. Jahrhunderts. Ein koreanisches Gericht hat in den 1990ern geklärt, was davon stimmt.
Korea ·1948 (Choi Yong-sul kehrt nach Korea zurück)
Hapkido — Der koreanische Weg der harmonischen Kraft
Hapkido ist Koreas Kunst der harmonischen Kraft — ein vollständiges Kampfsystem aus Gelenkhebeln, Würfen und Tritttechniken, verwurzelt in der japanischen Daito-ryu-Tradition.
Korea ·Hwarang 6. Jh.; Kodexbegriff 1910–1945; Kampfkunst ab 1960
Hwarangdo — ein Kodex, der über Japan nach Silla kam
Die Hwarang gab es wirklich. Ihr Ehrenkodex entstand aber erst unter japanischer Herrschaft, als koreanisches Gegenstück zum Bushidō.
Korea ·1958 (Gründung); koreanische Wurzeln: Jahrhunderte alt
Kuk Sool Won — Koreas vollständigstes Kampfkunstsystem
Koreas umfassendstes System, 1958 von In Hyuk Suh geordnet. Er führt es auf drei alte Überlieferungen zurück — belegt ist die Gründung, nicht die Herkunft.
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Chinesische Kampfkünste
Kung Fu, Tai Chi, Wushu — Tausende Jahre Tradition.
China ·Frühes 19. Jahrhundert
Baguazhang — Die acht Trigramm-Handflächen
Baguazhang ist die kreisförmige interne chinesische Kampfkunst — gegründet von Dong Haichuan, aufgebaut auf acht Trigrammen und dem kontinuierlichen Gehen um einen Kreis.
China ·16.–18. Jahrhundert
Bajiquan — Die acht Extremitäten des explosiven Kampfes
Bajiquan ist eine chinesische Kampfkunst aus Hebei, bekannt für explosive Ellenbogen- und Schultertechniken im Nahkampf — jahrhundertelang der Stil kaiserlicher Leibwächter.
China (Huizhou, Guangdong) ·In heutiger Gestalt ab dem frühen 20. Jahrhundert
Bak Mei — der Stil, der nach dem Verräter benannt ist
Bak Mei trägt den Namen des Mönchs, der in der Legende Shaolin verriet. Belegbar ist der Stil ab einem Mann: Cheung Lai Chuen (1882–1964).
China ·Traditionelle Stile seit der Ming-/Qing-Zeit; Wettkampfform ab 1958/1960
Changquan — die lange Faust und der Wettkampfstil, der ihren Namen trägt
Changquan bezeichnet zwei verschiedene Dinge: eine nordchinesische Stilfamilie und einen ab 1960 staatlich normierten Wettkampfstil. Das wird ständig verwechselt.
China ·als Begriff spätestens Ming-Zeit; frühe Belege deutlich älter
Chin Na — Greifen und Kontrollieren
Chin Na ist keine eigene Kampfkunst, sondern eine Technikkategorie — das Greifen, Hebeln und Kontrollieren, das in nahezu jedem chinesischen System steckt.
China (Guangdong) ·1836
Choy Li Fut — Die weite Faust des Südens
Choy Li Fut verbindet südchinesische Armtechnik mit nördlicher Beinarbeit — 1836 von Chan Heung gegründet und benannt nach seinen drei Lehrern.
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Grappling
Ringen, Werfen, Halten — Bodenkampfkünste der Welt.
Brasilien ·1925 (erste Gracie-Akademie), Entwicklung bis 1950er
Brazilian Jiu-Jitsu — Die Kunst des Bodenkampfes
Brazilian Jiu-Jitsu ist die Kampfkunst des Bodenkampfes — von Mitsuyo Maeda nach Brasilien gebracht, von der Gracie-Familie perfektioniert, durch Royce Gracie beim ersten UFC unsterblich gemacht.
England (Lancashire) ·Früh-19. Jahrhundert; Kodifizierung ~1870er
Catch Wrestling — Britisches Ringen mit Submissions
Catch Wrestling ist das brutale britische Ringen des 19. Jahrhunderts — mit Submissions, Beinhebeln, Halsgriffen und dem legendären Snake Pit in Wigan als Zentrum der Welt.
Philippinen (Visayas, Mindanao) ·Präkolonial; seit der philippinischen Urzeit praktiziert
Dumog — Philippinisches Bodengrappling
Dumog ist das traditionelle philippinische Grappling — entstanden als Karabao-Bändigungskunst, enge Schwester von Escrima, fokussiert auf Kontrollpunkte und Gleichgewichtsstörung.
England (Lancashire) und USA ·frühes 19. Jahrhundert; olympisch seit 1904
Freistilringen — ein Regelunterschied, ein anderer Sport
Freistil und Griechisch-Römisch trennt eine einzige Regel — der Zugriff unterhalb der Hüfte. Aus ihr folgt die gesamte Technik beider Stile.
Island / Skandinavien ·Wikingerzeit (ca. 9. Jh.); erste schriftliche Erwähnung: 1325 (Jónsbók)
Glima — Wikinger-Ringen aus Island
Glima ist das traditionelle skandinavische Ringen der Wikinger — Islands Nationalsport seit dem 9. Jahrhundert, mit drei Varianten von elegant-technisch bis zu rauem Freikampf.
Frankreich (19. Jh.); antike Inspiration: Griechenland und Rom ·Mitte 19. Jahrhundert, 1848 (Frankreich); Olympia seit 1896
Griechisch-Römisches Ringen — Olympias ältester Kampfsport
1896 in Athen der einzige olympische Ringerstil, seit 1908 ununterbrochen im Programm — mit ausschließlichen Oberkörper-Griffen und spektakulären Würfen.
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Striking
Schlagen, Treten, Stoßen — Schlagkampfkünste im Vergleich.
England ·Regelwerke 1743, 1838, 1867; letzter Titelkampf 1889; Wiederzulassung 2018
Bare-Knuckle-Boxen — 1867 wurden zwei Dinge entfernt, nicht eines
Die Queensberry-Regeln nahmen dem Faustkampf die nackte Hand und das Ringen. Beim ersten Eingriff ist der Sicherheitsgewinn bis heute umstritten.
Antike Mittelmeerwelt; moderne Form England ·Antike; moderne Regeln ab 1743, Queensberry 1867
Boxen — Die süße Wissenschaft
Boxen reduziert den Kampf auf zwei Fäuste und den Raum dazwischen — die älteste organisierte Schlagkunst des Westens und Grundlage fast aller modernen Ringsportarten.
Nigeria (Norden), Niger, Tschad ·Ursprung nicht datierbar; Zunftpraxis der Sahelzone, ethnographisch dokumentiert seit dem 20. Jahrhundert
Dambe — eine Hand ist Speer, die andere Schild
Der Faustkampf der Hausa teilt die Hände auf, statt sie zu spiegeln. Die eine schlägt, die andere hält den Gegner auf Abstand.
Japan, parallel USA ·ab 1959; Regelwerk 1966; K-1 ab 1993
Kickboxing — Faust und Fuß im Ring
Kickboxing entstand in den 1960ern aus der Unzufriedenheit von Karateka mit dem Punktkampf — Boxhände, Karatetritte und ein Ring statt einer Matte.
Myanmar (historisch: Birma) ·Pyu-Reich (2. Jh. v. Chr.–11. Jh. n. Chr.); modern ab 1950er
Lethwei — Birmanisches Boxen mit neun Waffen
Lethwei ist Myanmars antike Kampfkunst — bareknuckle, mit Kopfstoß als neunte Waffe, ohne Punkte-Scoring, und Siege nur durch KO oder Aufgabe.
Thailand (historisch: Siam) ·Sukhothai-Periode (13.–15. Jh.) und früher; modernisiert 1930er unter König Rama VII.
Muay Boran — Das alte thailändische Kampfsystem
Muay Boran ist das alte thailändische Kampfsystem vor dem modernen Muay Thai — mit Kopfstößen, Hanfseil-Bandagen und tödlichen Techniken, die heute verboten sind.
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Waffen
Schwert, Stab, Messer — Waffensysteme und ihre Philosophie.
Japan ·Feudales Japan; Systematisierung: frühes Edo-Zeitalter (~1605)
Bōjutsu — Die japanische Kunst des Stabkampfes
Die japanische Kunst des Stabkampfes — aus der einfachsten Waffe der Menschheit. Der berühmte Sieg über Musashi steht in einer einzigen Quelle.
Frankreich ·Frühes 19. Jahrhundert (Paris); Wettkampfform: 1970er (Maurice Sarry)
Canne de Combat — Französisches Stockkampf
Canne de Combat ist der französische Stockkampf — aus dem 19. Jahrhundert als Selbstverteidigung der Pariser Elite entwickelt, eng mit Savate verwandt, heute offizieller Wettkampfsport.
Philippinen ·Vor dem 14. Jahrhundert; erste Dokumentation: 1521 (Magellan-Expedition)
Escrima / Arnis / Kali — Die philippinische Waffenkunst
Escrima ist die philippinische Kampfkunst des Stocks, der Klinge und der leeren Hand — die erste Kampfkunst, die einem europäischen Eroberer (Magellan) zum Verhängnis wurde.
Europa (Frankreich, Italien, Ungarn) ·Maske Mitte 18. Jh.; olympisch seit 1896; FIE seit 1913
Sportfechten — die Linie, die nicht riss, weil sie Sport wurde
Die europäische Fechtlinie brach nie ab. Der Preis: Fast jede ihrer Regeln konserviert eine Bedingung, die es nicht mehr gibt.
Indien (Punjab) ·15. Jahrhundert (Gründung des Sikhismus); Blüte: 17.–18. Jh. (Sikh-Kriege)
Gatka — Die Waffentradition der Sikhs
Gatka ist die traditionelle Kampfkunst der Sikhs — mit Holzstöcken, Schwertern und Schilden, tief in der Sikh-Philosophie von Miri-Piri verwurzelt und in jedem Sikh-Fest lebendig.
Europa (Heiliges Römisches Reich, Italien, England) ·Quellen ab ca. 1300; heutige Bewegung seit den 1990er Jahren
HEMA — die Kampfkunst, die ihre Lücke zugibt
Die einzige große Kampfkunst, die sich nach einem Abbruch vollständig aus Texten zurückholt — und gerade deshalb die mit den besten Belegen.
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Philosophie
Bushido, Zen, Do — die geistigen Grundlagen der Kampfkünste.
Japan ·Meiji-Zeit (1868–1912)
Budo — Der Weg als Ziel
Budo ist die Philosophie des japanischen Kampfweges — die Transformation von Bujutsu, der Kriegstechnik, zu einem Weg der Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung.
Japan ·Edo-Zeit (17.–19. Jh.) · kodifiziert 1900
Bushido — Der Weg des Kriegers
Bushido ist der Ehrenkodex der Samurai — ein Wertekanon aus Mut, Loyalität und Ehre, der japanische Kultur, Kampfkünste und Ästhetik bis heute prägt.
Fudoshin — Der unerschütterliche Geist
Fudoshin ist der unerschütterliche Geist — die innere Stabilität, die weder durch Gefahr noch durch Lob, weder durch Schmerz noch durch Erfolg aus dem Gleichgewicht gebracht wird.
Japan / China / Indien ·Antike (vor 2000 Jahren dokumentiert)
Ki, Chi und Prana — Die Lebensenergie der Kampfkünste
Ki, Chi und Prana bezeichnen dasselbe Phänomen in drei Kulturen — jene Lebensenergie, die alle ostasiatischen Kampfkünste als unsichtbares Fundament betrachten.
Kime — Der entschiedene Moment
Kime heißt Entscheidung, nicht Kraft. Aus einer Entscheidung wurde eine Muskelanspannung — und genau an dieser Verschiebung setzt die Kritik an.
Maai — Der Abstand als Zeitmaß
Maai wird meist mit Distanz übersetzt. Das Wort meint aber ein Intervall in Raum und Zeit — gemessen nicht in Metern, sondern in Schritten und Sekundenbruchteilen.
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Meister
Porträts der Gründer und Großmeister — Lebenswerke in Bewegung.
Ryūkyū / Japan ·1831–1915
Ankō Itosu — der Mann, der Karate in die Schule brachte
Itosu brachte Karate 1901 in die Schulen Okinawas — und begründete das 1908 gegenüber dem Ministerium mit der Tauglichkeit für den Militärdienst.
Indien / China ·ca. 5.–6. Jahrhundert
Bodhidharma — Die Legende am Ursprung aller Kampfkünste
Bodhidharma (5./6. Jh.) brachte Chan-Buddhismus nach China — ob er auch die Shaolin-Kampfkünste lehrte, ist Legende. Doch sein kulturelles Erbe ist real und immens.
USA / Hongkong ·1940–1973
Bruce Lee — Der Mann, der Kampfkünste neu erfand
Bruce Lee (1940–1973) brach alle Grenzen zwischen Kampfkünsten auf — sein Jeet Kune Do und seine Philosophie inspirierten MMA und eine Generation von Kämpfern.
Brasilien ·1902–1994
Carlos Gracie — Der Patriarch des Brazilian Jiu-Jitsu
Carlos Gracie (1902–1994) lernte Judo von Mitsuyo Maeda, gründete die erste Gracie-Akademie und schuf mit seiner Familie das meistpraktizierte Bodenkampfsystem der Welt.
Korea ·1918–2002
Choi Hong Hi — Der Gründer des Taekwondo
General Choi Hong Hi (1918–2002) schuf Taekwondo als koreanische Nationalkunst — ein Leben zwischen Militär, Politik und dem Traum eines globalen Kampfsystems.
Japan / Okinawa ·1888–1953
Chojun Miyagi — Gründer des Goju-ryu Karate
Chojun Miyagi (1888–1953) verschmolz okinawaische Härte mit chinesischer Weichheit zu Goju-ryu — der Karate-Schule, die Mr. Miyagi aus 'Karate Kid' inspirierte.
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Querschnitt
Verbindungen, Vergleiche und übergreifende Themen.
Myanmar (historisch: Birma) ·Pagan-Reich (1044–1287); Blüte: Burmesisch-Siamesische Kriege (16.–18. Jh.)
Bando — Myanmars Tierstil-Kampfkunst
Bando ist Myanmars traditionelles unbewaffnetes Kampfsystem — mit neun Tierstilen, starker Defensivphilosophie und einer Geschichte, die bis ins Pagan-Reich des 11. Jahrhunderts reicht.
England (London) ·1898–1903; Wiederentdeckung ab 2002
Bartitsu — die Synthese hielt drei Jahre, ihre Teile ein Jahrhundert
Der früheste dokumentierte Mixed-Martial-Arts-Versuch, 1898 in London. Die Synthese hielt drei Jahre, ihre Bestandteile ein Jahrhundert.
Kambodscha ·Khmer-Reich (9.–15. Jh.); bas-reliefs in Angkor belegen Praxis seit mindestens 900 n. Chr.
Bokator — Kambodschas jahrtausendealte Kriegerkunst
Bokator ist Kambodschas älteste Kriegerkampfkunst — 1000 Jahre in Angkor-Tempel-Bas-Reliefs dokumentiert, fast durch den Roten Khmer ausgelöscht, 2022 UNESCO-Weltkulturerbe.
Brasilien ·16.–18. Jahrhundert (Sklavenzeit); Formalisierung 1930er
Capoeira — Der tanzende Kampf der Sklaven
Capoeira ist Brasiliens afrobrasilianische Kampfkunst — Spiel, Kampf und Tanz in einem, von der Polizei verfolgt, heute UNESCO-Kulturerbe und Symbol kultureller Widerstandskraft.
Japan ·1882–1942
Dō und Jutsu — vier Paare, und warum die Umbenennung später kam als erzählt
Judo heißt seit 1882 so, Kendō erst seit 1920. Was die Datierungen der vier Paare über die Umbenennung verraten — und was sie an der üblichen Erzählung korrigieren.
Angola ·Erste Bezeugung Mitte der 1950er Jahre; Praxis bis 1975
Engolo — der Vetter der Capoeira, nicht ihre Mutter
Ein Kampfspiel der Hirten am Kunene, seit 1975 kaum noch gespielt. Die Erzählung, es sei die Mutter der Capoeira, ist jünger als das Fernsehen.
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Training & Techniken
Tiefes Technik-Wissen: Biomechanik, Konditionierung, Methodik aus Primärquellen.
Atemprogramm — zwei Spuren, die man nicht mischen darf
Sechs Atemzüge pro Minute ist eine Populationsmitte, kein persönlicher Wert. Ein Programm mit Kalibrierung — und zwei Spuren, die getrennt bleiben.
Atemsysteme im Vergleich — ein Wort für zwei Aufgaben, die sich ausschließen
Atemtechnik soll den Rumpf versteifen und zugleich beruhigen. Beides geht nicht gleichzeitig — und daran scheitern die meisten Erklärungen.
Beinarbeit — ein Programm, das zuerst fragt, welches Programm gilt
Beinarbeit gilt als das Unmessbare der Kampfkunst. Sie ist es nur, solange niemand nachsieht — ein Programm, das beim eigenen Fuß anfängt.
Beinarbeit in acht Systemen — die Frage ist, ob sich die Füße kreuzen dürfen
Acht Systeme, dieselben zwei Beine. Die Frage, die sie trennt, ist unscheinbar und folgenreich — ob ein Fuß den anderen kreuzen darf.
Fallschule-Programm — zwölf Wochen, aus Messwerten abgeleitet
Der Unterschied zwischen Anfänger und Erfahrenem sitzt nicht im Hals, sondern in Hüfte, Knie und Rumpf. Ein Programm, das genau das übt.
Fallschule in sieben Systemen — der Boden entscheidet, nicht der Stil
Warum Judoka auf die Matte schlagen und Traceure niemals. Die Fallschule beantwortet nicht die Frage, wie man fällt, sondern was der Boden ist.
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