百者
Stile Philosophie Meister Training
Korea / Japan ·1923–1994

Mas Oyama — Der stärkste Karateka der Geschichte

Mas Oyama (1923–1994) schlug Stiere mit bloßen Händen nieder und gründete Kyokushin — das härteste Karate der Welt mit 15 Millionen Anhängern.

Mas Oyama, founder of Kyokushin Karate
Wikipedia / Wikimedia Commons, Public Domain
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Inhalt

Überblick

Masutatsu Oyama ist eine Legende der Kampfkünste — ein Mann, dessen Taten so ungeheuerlich klingen, dass sie teilweise wie Mythos wirken, aber historisch gut belegt sind. Er schlug 52 Stiere mit bloßen Händen nieder, davon drei tödlich, 49 mit dem Hornabschlag. Er verbrachte 18 Monate in bergiger Einsamkeit, nur mit Felsen und Bäumen als Trainingspartnern. Er schuf Kyokushin (die ultimative Wahrheit), den ersten Karate-Stil, der vollständigen Körperkontakt als Kernprinzip festlegte. Sein Lebenswerk hat das moderne Kampfsport-Denken revolutioniert.

GeburtsnameChoi Yeong-eui (崔永宜)
Geburtsname (japanisch)Masutatsu Ōyama (大山倍達)
Geboren27. Juli 1923, South Chungcheong, Korea
Gestorben26. April 1994, Tokyo, Japan
KampfkunstKyokushin (Gründer), Goju-ryu, Shotokan, Boxen, Judo
MeisterGichin Funakoshi (Shotokan), So Nei Chu (Goju-ryu)
SchülerBobby Lowe, Jon Bluming, Howard Collins, Shokei Matsui

Jugend und Ausbildung

Oyama wurde in Korea geboren — als Choi Yeong-eui — und wurde mit 9 Jahren auf die Farm seiner Schwester in der Mandschurei geschickt, wo er von einem chinesischen Arbeiter die ersten Grundlagen des Kung Fu lernte. 1938 folgte er seinem Bruder nach Japan, trainierte Judo und Boxen und begann schließlich bei Gichin Funakoshi Shotokan zu lernen.

Der entscheidende Einfluss kam von So Nei Chu, einem Goju-ryu-Meister, der Oyamas koreanische Identität und seinen Hunger nach Härte verstand. Oyama erwarb den 4. Dan in Shotokan und den 7. Dan in Goju-ryu.

Schlüsselmomente

Nach dem Zweiten Weltkrieg — aufgewühlt und ohne Orientierung — entschied Oyama, alles auf das Training zu setzen. Er zog sich auf den Berg Minobu zurück (denselben, auf dem Miyamoto Musashi seinen Stil entwickelt haben soll) und trainierte 18 Monate lang in völliger Isolation: täglich Techniken gegen Felsen, Bäume, Wasserfälle.

1950 begann er seine Bullen-Demonstrationen. In Jahren intensiver öffentlicher Auftritte bezwang er 52 Stiere — ein Spektakel, das ihm weltweite Bekanntheit brachte und Kyokushin als das härteste Karate der Welt etablierte.

1964 formalisierte er Kyokushin unter dem Namen Japan Karate-Do Kyokushinkai und gründete ein weltweites Netzwerk, das bis 1994 in über 120 Ländern aktiv war.

Kampfstil und Techniken

Kyokushin ist bekannt für seine extremen körperlichen Anforderungen:

MerkmalBeschreibung
VollkontaktUnbeschränkter Körperkontakt ohne Schutzausrüstung
TameshiwariBrechen von Materialien (Holz, Stein, Eis)
Tiefer AtemAtemtraining und kime (Fokussierung der Kraft)
100-Mann-KumiteExtremtraining: 100 aufeinanderfolgende Kämpfe
Keine Handtechniken zum GesichtWettkampfregel — schützt beim hartem Sparring
OssGruß und Ausdruck der Bereitschaft zum Leiden

Philosophie

Oyamas Philosophie war direkt und ohne Ornament: „Kampfkunst bedeutet Leiden.” Er glaubte, dass echte Stärke — körperlich und geistig — nur durch konsequentes Aushalten von Schmerz und Erschöpfung wächst.

Er war beeinflusst vom Samurai-Ideal des Bushido und von Miyamoto Musashis Go Rin No Sho, das er nach eigener Aussage hundertmal gelesen hatte. Sein Hauptwerk „This is Karate” (1965) ist eine Mischung aus technischem Handbuch und Lebensphilosophie.

Kyokushins Motto: „Osu no Seishin” (Der Geist des Durchhaltens) — Osu ist sowohl Gruß als auch Credo.

Schüler und Erbe

Oyamas direkte Schüler gründeten weltweit Kyokushin-Organisationen:

  • Shokei Matsui — Nachfolger als Kancho (Direktor) der IKO
  • Jon Bluming — Brachte Kyokushin nach Europa
  • Bobby Lowe — Erster schwarzer Schwarzgurt Kanadas
  • Semmy Schilt — Späterer K-1-Weltmeister

Nach Oyamas Tod zersplitterte die Kyokushin-Organisation — heute gibt es mehrere konkurrierende Verbände.

Verbindungen zu anderen Kampfkünsten

Oyama studierte Shotokan bei Funakoshi und Goju-ryu bei So Nei Chu — beides fließt in Kyokushin ein. Sein Vollkontakt-Ansatz inspirierte direkt K-1 Kickboxen, Muay Thai-Hybriden und viele MMA-Kämpfer. Knockdown-Karate als Kategorie entstand durch Kyokushin.

Heute

Kyokushin hat weltweit über 15 Millionen Praktizierende. Das 100-Mann-Kumite bleibt ein mythisches Ideal — bisher haben es weniger als 20 Kämpfer offiziell abgeschlossen. Oyamas Erbe lebt in K-1, Kickboxen und in jedem Kampfsportler, der Vollkontakt als Wahrheitsprüfung versteht.

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Autor: Redaktion ·Juni 2026
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