Philosophie
Bushido, Zen, Do — die geistigen Grundlagen der Kampfkünste.
14 Artikel
Japan ·Meiji-Zeit (1868–1912)
Budo — Der Weg als Ziel
Budo ist die Philosophie des japanischen Kampfweges — die Transformation von Bujutsu, der Kriegstechnik, zu einem Weg der Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung.
Japan ·Edo-Zeit (17.–19. Jh.) · kodifiziert 1900
Bushido — Der Weg des Kriegers
Bushido ist der Ehrenkodex der Samurai — ein Wertekanon aus Mut, Loyalität und Ehre, der japanische Kultur, Kampfkünste und Ästhetik bis heute prägt.
Fudoshin — Der unerschütterliche Geist
Fudoshin ist der unerschütterliche Geist — die innere Stabilität, die weder durch Gefahr noch durch Lob, weder durch Schmerz noch durch Erfolg aus dem Gleichgewicht gebracht wird.
Japan / China / Indien ·Antike (vor 2000 Jahren dokumentiert)
Ki, Chi und Prana — Die Lebensenergie der Kampfkünste
Ki, Chi und Prana bezeichnen dasselbe Phänomen in drei Kulturen — jene Lebensenergie, die alle ostasiatischen Kampfkünste als unsichtbares Fundament betrachten.
Kime — Der entschiedene Moment
Kime heißt Entscheidung, nicht Kraft. Aus einer Entscheidung wurde eine Muskelanspannung — und genau an dieser Verschiebung setzt die Kritik an.
Maai — Der Abstand als Zeitmaß
Maai wird meist mit Distanz übersetzt. Das Wort meint aber ein Intervall in Raum und Zeit — gemessen nicht in Metern, sondern in Schritten und Sekundenbruchteilen.
Japan (via China / Chan-Buddhismus) ·13.–17. Jahrhundert
Mushin — Der leere Geist
Mushin, Zanshin, Fudoshin — die vier Geisteszustände des japanischen Kriegers beschreiben die innere Haltung, die wahre Meisterschaft ausmacht: Leerheit als Stärke.
Reigi — Die Form der Achtung
Die Verbeugung im Dojo gilt als Ausdruck von Respekt. Historisch ist sie höfische Kriegeretikette — und praktisch ist sie ein Sicherheitsprotokoll.
Japan ·Zeami um 1400; die heute verbreitete Fassung ab 1970
Shoshin — der Anfängergeist, den es zweimal gibt
Shoshin heißt „Anfängergeist" — und zwei völlig verschiedene Dinge. Zeami wollte, dass man es nicht vergisst. Der Westen will, dass man es behält.
Shu-Ha-Ri — Die drei Stufen des Lernens
Shu-Ha-Ri beschreibt drei Stufen des Lernens: bewahren, brechen, lösen. Der Ursprung liegt nicht im Kampf, sondern im Teeweg — und die letzte Stufe ist nicht Freiheit.
Shugyo — Der Weg der asketischen Übung
Shugyo ist das japanische Konzept der asketischen Übung — Training, das weit über Sport hinausgeht und den Geist durch physische Härte schmiedet, wie Erz zu Stahl raffiniert wird.
China ·Begriff seit der Antike; heutige Fassung 20. Jahrhundert
Wu De — die Tugendlehre, die regelt, wer unterrichtet wird
Wu De regelt nicht, wie ein Krieger stirbt, sondern wen ein Meister unterrichtet. Und die saubere Tugendliste ist so jung wie Nitobes Bushido.
Zanshin — Der verbleibende Geist
Zanshin ist der verbleibende Geist nach der Technik — jene 360-Grad-Wachheit, die nicht endet, wenn der Schnitt, der Wurf oder der Pfeil abgegeben wurde, sondern weiter präsent bleibt.
Japan (via China) ·13.–17. Jahrhundert
Zen im Budo — Erleuchtung durch Bewegung
Zen im Budo verbindet Chan-Buddhismus mit Kampfkunst — von Takuan Sohos Schwertbrief bis zu Herrigels Bogenschießen: Erleuchtung als Ergebnis körperlicher Meisterschaft.