Waffen
Schwert, Stab, Messer — Waffensysteme und ihre Philosophie.
17 Artikel
Japan ·Feudales Japan; Systematisierung: frühes Edo-Zeitalter (~1605)
Bōjutsu — Die japanische Kunst des Stabkampfes
Die japanische Kunst des Stabkampfes — aus der einfachsten Waffe der Menschheit. Der berühmte Sieg über Musashi steht in einer einzigen Quelle.
Frankreich ·Frühes 19. Jahrhundert (Paris); Wettkampfform: 1970er (Maurice Sarry)
Canne de Combat — Französisches Stockkampf
Canne de Combat ist der französische Stockkampf — aus dem 19. Jahrhundert als Selbstverteidigung der Pariser Elite entwickelt, eng mit Savate verwandt, heute offizieller Wettkampfsport.
Philippinen ·Vor dem 14. Jahrhundert; erste Dokumentation: 1521 (Magellan-Expedition)
Escrima / Arnis / Kali — Die philippinische Waffenkunst
Escrima ist die philippinische Kampfkunst des Stocks, der Klinge und der leeren Hand — die erste Kampfkunst, die einem europäischen Eroberer (Magellan) zum Verhängnis wurde.
Indien (Punjab) ·15. Jahrhundert (Gründung des Sikhismus); Blüte: 17.–18. Jh. (Sikh-Kriege)
Gatka — Die Waffentradition der Sikhs
Gatka ist die traditionelle Kampfkunst der Sikhs — mit Holzstöcken, Schwertern und Schilden, tief in der Sikh-Philosophie von Miri-Piri verwurzelt und in jedem Sikh-Fest lebendig.
Europa (Heiliges Römisches Reich, Italien, England) ·Quellen ab ca. 1300; heutige Bewegung seit den 1990er Jahren
HEMA — die Kampfkunst, die ihre Lücke zugibt
Die einzige große Kampfkunst, die sich nach einem Abbruch vollständig aus Texten zurückholt — und gerade deshalb die mit den besten Belegen.
Japan ·Mittlere Muromachi-Zeit (16. Jahrhundert)
Iaijutsu — Die Kunst des Schwertziehens
Iaijutsu ist die japanische Kunst des Schwertziehens — der entscheidende erste Schnitt aus der Scheide, systematisiert von Hayashizaki Jinsuke im 16. Jahrhundert.
Japan (Chikuzen, Lehen Kuroda / Fukuoka) ·Shintō Musō-ryū ab dem frühen 17. Jh.; Seitei-Jōdō ab 1968
Jōdō — eine Kunst, die es nur gibt, weil das Schwert existiert
Jede Jō-Form ist eine Antwort auf das Schwert. Der Grund ist kein Duell, sondern eine Berufsaufgabe: Die Lehenspolizei musste festnehmen, nicht töten.
Portugal ·Ländliche Praxis; Lissabonner Schule im 19. Jahrhundert; Wiederbelebung ab den 1970er Jahren
Jogo do Pau — der Stock, der für mehrere Gegner gebaut ist
Portugals Stockkampf hat zwei Schulen — eine für einen Gegner, eine für mehrere. Sie unterscheiden sich in allem, was daraus folgt.
Thailand (historisch: Siam) ·Ayutthaya-Periode (1351–1767); erste Lehrschule 1935
Krabi-Krabong — Thailands Waffenkampfkunst
Krabi-Krabong ist Thailands traditionelle Waffenkampfkunst — Schwert und Stab als Kern, in der Ayutthaya-Zeit gegen burmesische Invasoren entwickelt, heute lebendes Kulturerbe.
Japan ·Heian-Zeit (794–1185), Ersterwähnung 712 AD im Kojiki
Naginatajutsu — Die Kunst der japanischen Hellebarde
Naginatajutsu ist die japanische Kunst der Hellebarde — ursprünglich Kriegswaffe von Fußsoldaten und Mönchen, später Symbol und Kampfmittel der Samurai-Frau.
Japan (Okinawa / Ryukyu-Archipel) ·Ryukyu-Königreich (15.–19. Jh.); Formalisierung: 20. Jh.
Okinawanisches Kobudo — Die Waffenkunst der Ryukyu-Inseln
Das Waffensystem der Ryukyu-Inseln, gebaut aus Alltagsgerät. Dass Waffenverbote es hervorgebracht hätten, ist die populäre Erzählung — nicht der Befund.
Japan ·Sengoku-Zeitalter (1467–1615) Verbreitung; erste Schule ~1625
Shurikenjutsu — Die Kunst der Wurfklingen
Shurikenjutsu ist die japanische Kunst der Wurfklingen — nicht primär zum Töten, sondern zur Ablenkung, Verzögerung und Öffnung von Verteidigungen in kritischen Momenten.
Indien (Tamil Nadu, Südindien) ·Mindestens 4. Jahrhundert v. Chr. (Sangam-Literatur); Blüte: Chera-, Chola-, Pandya-Dynastien
Silambam — Die tamilische Stabkampfkunst
Silambam ist die dravidische Stabkampfkunst Tamil Nadus — über 2000 Jahre alt, in der Sangam-Literatur dokumentiert, einzigartig in seiner Verbindung von rhythmischer Bewegung und tödlicher Effektivität.
Japan ·Frühe Muromachi-Zeit (14. Jh.), Blüte im Sengoku-Zeitalter (1467–1615)
Sōjutsu — Die japanische Kunst des Speerkampfes
Sōjutsu ist die japanische Kunst des Speerkampfes mit dem Yari — auf mittelalterlichen Schlachtfeldern die dominierende Waffe, heute in wenigen Koryu-Schulen bewahrt.
Europa (Frankreich, Italien, Ungarn) ·Maske Mitte 18. Jh.; olympisch seit 1896; FIE seit 1913
Sportfechten — die Linie, die nicht riss, weil sie Sport wurde
Die europäische Fechtlinie brach nie ab. Der Preis: Fast jede ihrer Regeln konserviert eine Bedingung, die es nicht mehr gibt.
Japan ·Heian-Zeit (Vorläufer); Formalisierung: frühes Edo-Zeitalter (17. Jh.)
Tessenjutsu — Die Kunst des eisernen Fächers
Tessenjutsu ist die japanische Kunst des eisernen Fächers — die eleganteste Notlösung des Samurai für Situationen, in denen das Schwert verboten war, aber Gefahr blieb.
Indien (Manipur) ·Vorkolonial; Verbot 1891–1947; Wiederaufnahme ab 1934
Thang-Ta — Ritual, Tanz und Kampf, ohne dass eines das andere versteckt
Manipurs Schwert- und Speerkunst wird als Ritual, als Tanz und als Kampf geübt — alle drei offen, und keines davon als Tarnung.